Schlimm  

Hier werden Dinge gesammelt, die ich als sehr schlimm bis katastrophal empfinde.

 

Rösti aus der Packung

 

würg

 

Ich bekam unglücklicherweise Päckli-Rösti geschenkt. Die Schenkerin konnte dabei nicht wissen, dass ich strikte Fertig-Rösti-Gegnerin bin. Aber wenigstens stand «Bio» drauf, also habe ich das Geschenk in die Bratpfanne geworfen.
Was als Erstes auffiel, war ein penetranter Gestank. Ein Blick auf die Verpackung ergab, dass es sich dabei wohl um Sellerie handeln musste, der wohl beabsichtigt, wenn auch unverschuldet, in der Rösti gelandet war. Nun weiss ja jede halbwegs begabte Hausfrau, dass man eine Rösti mit vier Zutaten kocht: Härdöpfel, Speckwürfeli, Salz und Öl. Sellerie ist nicht dabei und das ist schon ein erster Hinweis auf die Kompetenz der Bio-Päckli-Rösti-Herstellers. Der Gestank verlor sich beim Kochen etwas, war aber bis zum Schluss wahrnehmbar.

 

Was beim Kochen schlecht anfing, setzte sich beim Essen fort: Das Zeug schmeckte ziemlich widerwärtig und dürfte gar nicht unter dem Namen Rösti verkauft werden. Was man schmeckte, waren nicht etwa die Kartoffeln, sondern vor allem Würze. Wieder mal ein liebloses Convenience-Produkt des Herstellers Hilcona, der schon mit dem Bio-Sugo und der Bio-Sauce Bolognese bewiesen hat, dass er von Kochen keine Ahnung hat. Dafür hat diese Lebensmittel-Verunstaltungsfirma wohl einen lukrativen Vertrag mit den schweizerischen Rheinsalinen – sogar das Tote Meer blickt neidisch auf den Salzgehalt der Hilcona-Produkte. Damit breiten wir das Mäntelchen des Schweigens über dieses garstige Kartoffelprodukt und wenden uns einer richtigen Rösti zu:

 

Ich wollte hier zwar nie Kochrezepte einstellen, aber um ahnungslosen Konsumenten eine Alternative zu oben beschriebener Katastrophe zu bieten, schreibe ich hier auf, wie man eine richtige Berner Speckrösti zubereitet:
(An die Seitenbesucher aus Deutschland und Österreich: Ihr müsst das jetzt nicht verstehen, Rösti ist schliesslich eine Schweizer Spezialität.)
Für zwei Lüt bruchts öppe 800 Gramm Härdöpfel, für settigi, wo frässen wie Mähdrescher, sicher es Kilo. Usserdem bruchts noch 100 bis 150 Gramm Späckwürfeli. Bi de Härdöfpel muess me festchochendi chaufe, also nid die, wos für Salat oder Härdöpfelstock brucht.
Zerst tuet me d Härdöpfel i dr Schale choche, am gschidsche en Tag vor em Ässe, wenn sie e chli «abhangen», schmöckens grad nomol besser. Denn tuet me sie schelle und raffle, gheit d Speckwürfeli derzue und e Prise Salz. Öl inere Pfanne erhitze, und d Härdöpfel und dr Rest brote. Uf mittlerer Hitz mindestens e halb Stund – e gueti Rösti het halt so lang. Zwüschine immer wieder chere, damit sie vo beidne Site schön brun wird.
Wer wott, chan uf die fertig Rösti no fiin gschnitteni Chässchibe lege. En Guete!

 

 

Das Logo der Aktion «Rettet den HCD»

Eishockeysaison 2003/2004: Der Hockeyclub Davos hat offenbar finanzielle Schwierigkeiten, die so gross sind, dass auch vor absoluten Geschmacklosigkeiten kein Halt mehr gemacht wird. So präsentiert das Logo der Aktion den Trainer Arno del Curto als Superman. Ein Mann mit dem IQ eines matschigen Bananenbrötchens und dem Aussehen einer am Waldrand vergessenen Mülltüte als Superman? Bitte, HCD...

 

Nochmal würg