Frank Schätzing – Tod und Teufel  

6 von 10 Punkten; Goldmann Verlag; 501 Seiten; erschienen 2003, Sparte: Historischer Roman; Datum der Rezension: 30. Mai 2005

Inhalt:
köln, 1260: Der Dombaumeister Gerhard Morart wird in der Nacht vom Gerüst der Dombaustelle gestossen. Der einzige Zeuge der Tat ist der Herumtreiber und Dieb Jacop. Und Jacop wiederum wird vom Mörder gesehen, der natürlich alles daran setzt, unerkannt zu bleiben. Er beschliesst, Jacop und alle, denen er von der Tat erzählt, zu töten. Denn hinter dem Mord steckt ein Komplott, das auf keinen Fall aufgedeckt werden darf.

Meine Meinung:
Frank Schätzing hat es geschafft, einen historischen Roman, einen Krimi und einen Thriller gleichzeitig zu schreiben. Auch wenn der Plot an und für sich recht simpel ist, bleibt das Buch spannend. Das ist einerseits dem unheimlichen, fast übermenschlichen Mörder Urquhart zu verdanken, den man wirklich nicht zum Gegner haben möchte. Andrerseits aber auch den Charakteren der «Guten». Da ist einmal der ungebildete Dieb Jacop, der das Herz am rechten Fleck hat und dem man ein Happyend wünscht. Dann der schlaue Dechant und Physikus Jaspar Rodenkirchen, der einen ganz wunderbaren Humor hat (vor allem, wenn er sich mit seinem Schwager Goddert streitet) und ohne den Jacop den Fall nie lösen könnte. Ein bisschen blass bleibt neben diesen dreien Richmodis, die Tuchfärberin, die Nichte von Jaspar. Sie hat in dem Buch zwar ein paar starke Auftritte, aber irgendwie fehlt das letzte Quäntchen, um ihr richtiges Leben einzuhauchen. Man erfährt einfach zu wenig über ihre Gefühlswelt, als dass man sich in sie hineinversetzen könnte.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die undurchsichtigen Verhältnisse bei den Patrizieren. Da wirft der Autor mit Namen nur so um sich, aber wer jetzt zu wem gehört und weshalb, muss der Leser selber rausfinden. Das ist schade, es täte der Geschichte nämlich keinen Abbruch, wenn man da besser aufgeklärt würde.
Insgesamt liest sich «Tod und Teufel» aber sehr flüssig, und auch die Länge ist ok, es wird auf den 500 Seiten nie langweilig.