6 von 10 Punkten; Diogenes Verlag; 306 Seiten; erschienen 1883, Sparte: Klassiker; Datum der Rezension: 30. April 2008
Inhalt:
Der halbwüchsige Ich-Erzähler Jim Hawkins führt mit seinen Eltern das Gasthaus «Admiral Benbow» an Englands Küste. Eines Tages taucht ein alter Seebär auf, der offenbar auf der Flucht ist. Als seine Verfolger schliesslich auftauchen, kommt es zu wüstem Schlachten und einigem Hin und Her und am Ende steht Hawkins mit einer Schatzkarte da. Diese zeigt er einem Baron und dem Dorfarzt. Diese beschliessen darauf, ein Schiff zu organisieren, dass sie zur Schatzinsel bringen soll. Hawkins darf mit und stürzt sich damit in das Abenteuer seines Lebens.
Meine Meinung:
«Die Schatzinsel» ist ein Klassiker, der sich sehr einfach lesen lässt und der darum sogar für kleine Leseratten geeignet ist. Nicht nur wegen des jugendlichen Hauptcharakters hatte ich öfter das Gefühl, ein Kinderbuch zu lesen. Auch die einfache, klare Sprache und die lineare Erzählweise – im Stil eines Aufsatzes – tragen dazu bei, dass es beim Lesen flott voran geht.
Die Geschichte selbst ist eher einfach, dafür gibt es viel Abenteuer und Action, Heldentaten, Mord und Totschlag. Wäre das Buch heute erschienen, würde man dem Autoren unterstellen, er hätte es nur als Vorlage für einen Hollywood-Film geschrieben. Mir kann man mit Beschreibungen von Kämpfen mit Entermessern keine Freude bereiten, diese ganzen Actionszenen fand ich eher langweilig. Ich hätte lieber ein wenig mehr über den interessanten Charakter John Silver erfahren. Da hat Stevenson einen charismatischen Charakter geschaffen, dessen Lebensgeschichte sicher noch viel Beschreibenswertes hergegeben hätte. Stattdessen ständig diese Abenteuerroman-Elemente...
Fazit:
Wer Angst vor Klassikern hat und sich einen leichten zum Einsteigen ins Genre wünscht oder auf Piraten-Geschichten steht, ist mit diesem Buch sicher gut bedient.