David Safier – Mieses Karma  

6 von 10 Punkten; Kindler Verlag; 283 Seiten; erschienen 2007, Sparte: Sonstige Belletristik; Datum der Rezension: 1. September 2007

Inhalt:
Die erfolgreiche TV-Moderatorin Kim Lange lebt nur für ihren Beruf. Ihr Mann und ihre Tochter sehen sie kaum, ihre Ehe ist am Ende und um im Beruf vorwärts zu kommen, wendet sie skupellos jeden dreckigen Trick an. Doch eines Tages wird sie durch einen absurden Unfall aus dem Leben gerissen. Statt ewiger Schwärze erwartet sie im Jenseits Buddha, der ihr sagt, dass sie in ihrem Leben vieles falsch gemacht hat und deswegen als Ameise wiedergeboren wird. Es ist der Beginn einer Odyssee, auf der Kim versucht, zu ihrer Familie und den wirklich wichtigen Dingen im Leben zurückzukehren, indem sie gutes Karma sammelt.

Meine Meinung:
David Safier hat mit «Mieses Karma» ein humorvolles Buch zum Thema Liebe und Werte im Leben geschrieben. Dabei wird der Schwerpunkt mehr auf die Unterhaltung als auf die Tiefe gelegt, was es zum idealen Schmöcker für diejenigen macht, die mal wieder ein Gute-Laune-Buch brauchen.
Die buddhistische Reinkarnationslehre wird für den Roman stark vereinfacht und teilweise auch leicht verfälscht, um Safier als originelles Vehikel für seine Geschichte zu dienen, was mich aber gar nicht gestört hat; schliesslich ist dabei gute Unterhaltung rausgekommen. Und zwischen den Zeilen finden sich da und dort doch noch ein bisschen tiefer gehende Erkenntnisse respektive altbekannte und doch meist wenig beachtete Weisheiten, wie etwa die, dass materieller Wohlstand nicht glücklich macht oder dass es keine Rolle spielt, ob jemand schön oder hässlich ist, so lange er nur freundlich ist. Diese Botschaften kommen subtil genug daher, dass sie einen nicht nerven und dass man sie doch versteht.
Mängel habe ich wenige geortet, aber einer davon ist, dass es Safier auch auf lediglich 283 Seiten schafft, dann und wann gewisse Längen zu erzeugen. Das passiert vor allem bei seinen Beschreibungen, die manchmal exakter sein könnten, statt sich nur mit Allgemeinem aufzuhalten. Und sprachlich passiert auch nicht grade viel. Der Stil ist zwar nicht schlecht, aber auf die Länge doch etwas monoton und vorhersehbar.
Ausgeglichen wird das mit originellem Inhalt und einem versöhnlichen Schluss, den ich nicht mal kitschig fand.