Martin Suter – Das Bonus-Geheimnis  

8 von 10 Punkten; Diogenes Verlag; 186 Seiten; erschienen 2009, Sparte: Sonstige Belletristik; Datum der Rezension: 19. April 2009

Inhalt:
Martin Suter schrieb über mehrere Jahre in der «Weltwoche» und im «Magazin» des «Tages-Anzeiger» Kolumnen über die so genannte Business Class. Dieser gehören vorwiegend Manager und Kaderangestellte an. In kurzen Texten, die meist mit einer bissigen Pointe enden, schildert Suter das Gebaren der Business Class aus seiner (ironischen) Sicht. «Das Bonus-Geheimnis» ist das letzte Buch der Reihe.

Meine Meinung:
Suters Kolumnen werfen ein denkbar schlechtes Licht auf Kaderangestellte. Die überwiegend männlichen Manager und Möchtegern-Manager in seinem Buch werden vor allem von einem getrieben: Vom Willen, voran zu kommen. Dafür ist ihnen keine Anstrengung zu gross, keine Manipulation zu verwegen. Es wird mit harten Bandagen gekämpft und oftmals wertvolle Arbeitszeit (oder ganze Arbeitstage) damit verschwendet, sich zu überlegen, wie man Kollegen anschwärzen oder einen Vorteil über sie erringen könnte.
In Suter Kolumnen werden die schlimmsten Vorstellungen, die man sich als gewöhnlicher Angestellter über das Management macht, Realität. Und manchmal werden diese Vorstellungen sogar noch übertroffen. Dabei ist Suter ein genauer Beobachter und ein brillanter Dialogschreiber, der es versteht, mit wenigen Sätzen alles zu sagen und Szenen vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen. Es macht grossen Spass, seine kurzen Texte zu lesen und auch die Pointe ist oft überraschend. Da die Pläne der egoistischen Protagonisten meist nicht aufgehen, kommt natürlich auch Schadenfreude auf und ein Grinsen wird wohl kaum jemand unterdrücken können, der Suters Geschichten liest. Davon leben die Kurztexte auch, man wartet förmlich darauf, dass die Katastrophe eintritt. Das ist zwar nicht nett, macht im vorliegenden Fall aber einen Heidenspass; vor allem, weil man selten enttäuscht wird.
Erstaunlich ist dabei, dass sich der ewig gleiche Ablauf der Geschichten und die Monothematik kaum abnützen und man tatsächlich zehn oder mehr davon hintereinander lesen kann und trotzdem das Gefühl hat, da kommt jedesmal was Neues.

Fazit:
Ein sehr lustiges Büchlein für zwischendurch. Im Nachhinein tut es mir leid, dass ich die Kolumnen nie gelesen habe, als sie Woche für Woche im «Magazin» erschienen. Da hätte ich beinahe etwas auf Dauer verpasst.