Jonathan Stroud – Das Auge des Golem  

6 von 10 Punkten; cbj (C. Bertelsmann Jugendbuch) Verlag; 670 Seiten; erschienen 2005, Sparte: Jugendbuch/Fantasy; Datum der Rezension: 12. März 2007

 

Teil 1: Das Amulett von Samarkand

Teil 3: Die Pforte des Magiers



Inhalt:
In London kommt es vermehrt zu Anschlägen des nicht-magischen Widerstandes gegen die Zauberer. Als aber eines Nachts ein kompletter Strassenzug zerstört wird, ist klar, dass die Zauberer noch einen anderen Feind haben müssen als die so genannten «Gewöhnlichen». Der junge Zauberer Nathanael soll den Fall aufklären. Dazu braucht er die Hilfe eines Dschinns. Er beschwört Bartimäus zum zweiten Mal in seinem Leben - die Freude über das Wiedersehen hält sich auf beiden Seiten in Grenzen.

Meine Meinung:
Um der Geschichte folgen zu können, muss man Band 1 der Trilogie nicht unbedingt gelesen haben, das Vorwissen erleichtert es einem lediglich, sich in Jonathan Strouds Welt zurechtzufinden. Teil 2 ist ernsthafter als der erste Teil. Erstmals werden die Beweggründe des Widerstands detailiert geschildert und man bekommt einen Einblick in das Leben der «Gewöhnlichen». Weil das Buch über weite Strecken von Ungerechtigkeiten handelt, ist der Ton weniger unbeschwert, Bartimäus kommt als Erzähler sehr viel weniger zum Zuge als noch in Teil 1. Dafür tritt mit der Widerstandskämpferin Kitty eine Figur auf, die zwar verbittert und äusserst misstrauisch ist, aber trotzdem frisch und lebendig wirkt. Ihre Geschichte bereichtert das Buch und ich las «ihre» Abschnitte gern, während Nathanael tatsächlich auf bestem Weg ist, ein ebenso aufgeblasener, arroganter Schnösel zu werden wie seine Zauberer-Kollegen. Da bin ich echt auf die Entwicklung im dritten Teil gespannt.
Insgesamt ist «Das Auge des Golem» nicht so erfrischend wie der erste Teil und die Auflösung des Falles war für mich zu vorhersehbar (gut, es ist ein Jugendbuch, da ist halt manches so, wie mans erwartet). Trotzdem habe ich es gern gelesen und vergebe immer noch sechs Punkte.