Remarque, Erich Maria – Im Westen nichts Neues  

10 von 10 Punkten; Kiepenheuer & Witsch Verlag; 197 Seiten; erschienen 1929, Sparte: Drama; Datum der Rezension: 16. August 2005

 

Inhalt:
Der 19-jährige Paul Bäumer und seine Klassenkameraden werden von ihrem Lehrer rekrutiert: Sie sollen Soldaten werden und im Ersten Weltkrieg an der Front kämpfen. Zuerst werden die jungen Männer in der Kaserne fronttauglich gemacht, dann geht es mitten in die Grabenkämpfe im französisch/flandrischen Gebiet. Bäumer und seine Kollegen wandeln sich innert Wochen von jungen Soldaten zu alten Männern.

Meines Meinung:
«Im Westen nichts Neues» ist vielleicht das Buch gegen den Krieg. Es beschreibt den Ersten Weltkrieg aus der Sicht eines einfachen Soldaten, der in den Grabenkämpfen an der Westfront zusehen muss, wie seine Kameraden sterben. Da Erich Maria Remarque selber einige Wochen an der Front verbracht hat, kann man wohl davon ausgehen, dass die Schilderungen ziemlich authentisch sind. Und genau das ist es, was das Buch so erschreckend und so traurig macht. Dass Menschen einander so etwas antun können. Und auch wenn heute nicht mehr Mann gegen Mann gekämpft wird, wie vor bald 100 Jahren, so ist das Buch immer noch aktuell. Auch heute gibt es in jedem Krieg noch die beschriebenen Schrecken. Die Furcht, die Existenzängste, das Ohnmachtsgefühl, die seelischen Schäden.
Das Buch ist ein Erlebnis, wenn auch ein trauriges. Das macht es wohl so stark. Es verzichtet auf Anklagen, es zeigt nicht mit dem Finger auf die Kriegstreiber. Es beschreibt einfach nur: wie die Soldaten hungern, sich fürchten, fluchen, Witze reissen, verwundet werden oder sterben. Und wie sie sich dabei bewusst sind, dass sie nur noch Tiere oder Maschinen sind, die Befehle ausführen, die einfach nur noch funktionieren, weil sie, wären sie bei klarem Bewusstsein, den Verstand verlieren würden.
Fazit: Wer es noch nicht kennt, sollte es unbedingt lesen.