Barnes & Noble Nook – mein E-Book-Reader  

Im März 2011 bin ich endlich auch im 21. Jahrhundert angekommen. Nach monatelanger Evaluation verschiedenster Geräte hatte ich mich endlich für meinen ersten E-Book-Reader entschieden.
Dabei waren folgende Kriterien zu erfüllen:

• E-Ink-Display (LCD-Displays taugen in dem Bereich einfach nichts.)
• Kein geschlossenes System (Tschüss, Kindle...)
• Nicht von Sony (denen gebe ich kein Geld)
• Unter 250 Franken
• Kann mit ePub und Adobe DRM etwas anfangen

Die Wahl fiel auf den Nook von Barnes & Noble. Und die Wahl war gut, ich bin sehr zufrieden damit, auch wenn ich nicht ganz alle Funktionen brauchen kann. Der Reihe nach.

Navigieren
Unter dem E-Ink-Display gibt es einen kleinen Touchscreen, über den man den Nook bedient. Die Steuerung würde ich jetzt nicht als übermässig intuitiv bezeichnen, ein Blick in die Bedienungsanleitung lohnt sich. Allerdings gibt es nicht wahnsinnig viele Optionen und so hat man das Gerät schnell im Griff. Die Sprache lässt sich übrigens nicht ändern, die ganzen Bedienelemente gibt es nur auf Englisch.

Klicken zum VergrössernOben das E-Ink-Display mit Buch, unten die Navigation auf dem Touchscreen.

Der Nook spielt auch Audiodateien über Kopfhörer ab, der Sound ist so gut wie bei jedem aktuellen Multimediahandy, also mehr als genügend.

Das Gerät verfügt über WLAN und so kann man auch ins Internet. Diese Funktion kann ich allerdings nicht empfehlen. Die URL-Eingabe über den kleinen Touchscreen ist mühsam und scrollen wird zum Geduldsspiel. Oben wird die Seite dargestellt, unten wird navigiert...

Klicken zum VergrössernDie Website des Tages-Anzeigers auf dem Nook.

Ausserdem ist in dem Gerät der Onlineshop von Barnes & Noble implementiert. Was Leuten, die ausserhalb der USA oder Kanadas wohnen nichts nützt, da E-Books nur an Bewohner dieser Länder verkauft werden.

Lesen
Der Nook ist mit 280 Gramm Gewicht leichter als die meisten Bücher, die ich lese. Ausserdem kann ich ihn auch irgendwo hinstellen und muss keine Seiten halten, damit sie nicht umblättern. Das E-Ink-Display ist so scharf wie ein gedrucktes Buch. Im Bild unten habe ich einen Ausschnitt aus der Seite vergrössert (rot umrandet), um das zu zeigen. Natürlich ohne das Bild nachzuschärfen, so kam es aus der Kamera.

Klicken zum VergrössernSchriftmuster

Ich hatte nach einer Woche mit dem Reader bereits Mühe mit der Vorstellung, wieder richtige Bücher lesen zu «müssen». Ich glaube nicht, dass ich in Zukunft noch viele Bücher in 3D kaufen werde, das Handling ist schlicht zu mühsam. Lustigerweise hatte ich das selten so empfunden, bevor ich einen Reader hatte. Ich fand es höchstens nervig, einen 1000-Seiten-Schinken in die Tasche zu stopfen und tat es dann trotzdem, weil ich das Buch einfach lesen wollte.

Bis jetzt vermisse ich die «richtigen» Bücher nicht, weder das Gefühl beim Halten noch den Geruch oder das Papier. Da sich der Nook (obwohl aus Kunststoff) gut anfühlt, habe ich auch nicht das Gefühl, nur ein kaltes Gadget in der Hand zu halten (im Gegensatz zum «warmen» Buchfeeling). Ich bin selber überrascht, dass ich mir der Reader so schnell ans Herz gewachsen ist, wie mir gedruckte Bücher verleidet sind.

Bücher laden

Ein Buch auf den Nook zu bringen, ist im Prinzip sehr einfach. Das Gerät lässt sich via USB an den PC anschliessen und funktioniert als Wechselfestplatte. DRM-freie Bücher können also einfach nur von der PC-Festplatte auf den Nook gezogen werden und gut ist. So geschehen bei obigem Bild mit dem Schriftmuster. Es handelt sich bei dem Dokument um ein PDF, das ich in der Schrift Verdana gespeichert habe und das mir auch entsprechend angezeigt wird. Ich weiss nicht, ob das mit jeder Schrift funktionieren würde, aber mit den Standardschriften scheint es zu klappen; die Verdana gibt es sonst nämlich nicht auf dem Nook. Der hat drei Schriften vorinstalliert, zwei mit und eine ohne Serifen.

Ein bisschen komplizierter ist es mit DRM-geschützten Büchern. An dieser Stelle halten wir jetzt alle kurz inne, um DRM für das zu halten, was es ist: Ein miserabler Dienst am ehrlichen Kunden und ein kleines Hindernis für versierte Hacker. Die Musikindustrie hat es schon (halbwegs) begriffen und die Verlage werden auch noch drauf kommen. Irgendwann. Bis die Vernunft dort auch Einzug gehalten hat, schlagen wir uns weiter mit dem Mist herum.

Im Falle des Nook heisst, das, dass man sich ein Gratisprogramm namens Adobe Digital Editions (ADE) installieren und sich (respektive seinen PC) registrieren muss. Dann muss man noch den Nook an den PC anhängen und ihn ebenfalls via ADE registrieren. Wenn das geschafft ist, kann man in jedem Onlinebuchshop, der Bücher mit Adobe-DRM verkauft (das sind die meisten, ausser beispielsweise Amazon), einkaufen und die Bücher nachher via ADE auf den Nook rüberziehen. Wenns mal eingerichtet ist, ists ein Kinderspiel.

Adobe Digital Editions und der Nook
Ich hatte bei der Registrierung des Nook via ADE Probleme. Der Nook wurde in ADE zwar angezeigt und ich konnte Bücher draufkopieren. Wenn ich sie dann lesen wollte, bekam ich immer die Fehlermeldung «User not activated».
Falls andere dieses Problem auch haben, ist hier die Lösung, die mir geholfen hat:
Der Nook wird teilweise mit einem vorinstallierten Ordner «.adobe-digital-editions» ausgeliefert. Dieser Ordner verursacht das Problem. Also:
1. ADE schliessen.
2. Oben erwähnten Ordner vom Nook löschen.
3. Nook vom PC trennen.
4. ADE starten.
5. Nook wieder einstecken.
6. ADE fordert einen (endlich!) auf, den Nook zu registrieren. Den Anweisungen folgen.
7. Sich freuen, weil man jetzt Bücher transferieren und tatsächlich auch lesen kann.