Elizabeth George – Keiner werfe den ersten Stein

8 von 10 Punkten; Goldmann Verlag; 445 Seiten; erschienen 1991, Sparte: Krimi; Datum der Rezension: 6. Juli 2010

Inhalt:
Im winterlichen Schottland übt eine Londoner Theatergruppe in einem Schlosshotel ein neues Stück für die Wiedereröffnung des Agincourt-Theaters. Während der Proben gibt es Streit und kurz darauf wird die Autorin des Stücks ermordet in ihrem Bett aufgefunden. Als Mörder kommt nur jemand aus der Gruppe in Frage und da ein englischer Graf der Gruppe angehört, wird Inspector Lynley auf den Fall angesetzt.

Meine Meinung:
Einer der besseren Krimis aus der Reihe, da es nicht vorwiegend um irgendwelche Dramen, sondern tatsächlich um die Aufklärung eines Mordes geht. Dass es daneben wieder genug Platz für Drama hat, ist klar. So findet Lynley zufällig heraus, dass seine gute Freundin Helen Clyde mit einem Schauspieler aus der Theatergruppe liiert ist und da ihn die Eifersucht sticht und der Liebhaber eine Tatgelegenheit hatte, versucht er krampfhaft, diesem den Mord anzuhängen. Barbara Havers dagegen möchte den Mord lieber dem Grafen, Lord Stinhurst, in die Schuhe schieben, da sie als Unterschichtenmädchen ganz gerne mal einen Blaublüter verhaften möchte. Natürlich brauchen Lynley und Havers Beweise für ihre jeweiligen Theorien und so wird fast nebeneinander her ermittelt, was allerhand Interessantes zutage fördert, wie beispielsweise die eher abgründige Familiengeschichte der Stinhursts.

Eigentlich ist das Ganze einmal mehr furchtbar übertrieben, aber es macht trotzdem Spass, diese Krimis zu lesen, weil man eben bis zum Schluss miträtseln kann (und doch nicht auf die richtige Lösung kommt). Diesmal hatte ich auch nicht das Gefühl, dass da noch eine Menge Fragen offen sind oder dass sich die Autorin die Sache übermässig zurechtgebogen hat.

Fazit:
Einer der besseren Kriminalfälle aus der Reihe mit einem fast ganz plausiblen Ende.