Elizabeth George – Mein ist die Rache

6 von 10 Punkten; Goldmann Verlag; 478 Seiten; erschienen 1992, Sparte: Krimi; Datum der Rezension: 30. Juni 2010

Inhalt:
Die Fotografin Deborah Cotter und der adlige Thomas Lynley, der hauptberuflich als Kommissar für Scotland Yard tätig ist, wollen heiraten. Die Verlobung wird an einem Wochenende auf dem Gut der Lynleys bekannt gegeben. Dabei lernt die Braut die Familie ihres Zukünftigen von der weniger glänzenden Seite kennen. Als dann im Umfeld noch ein Mord geschieht, in den Thomas Lynleys Bruder verwickelt zu sein scheint, ist es mit dem letzten bisschen Frieden auch noch vorbei.

Meine Meinung:
«Mein ist die Rache» ist chronologisch das erste Buch aus der Lynley/Havers-Reihe von Elizabeth George. Einen ziemlich allgemeinen Überblick darüber, was von dieser Buchreihe zu erwarten ist, habe ich in der Besprechung von «Gott schütze dieses Haus» (dem ersten Fall, in dem Lynley und Havers gemeinsam ermitteln) geschrieben.

«Mein ist die Rache» ist der vierte Band der Reihe, spielt aber vor den ersten dreien. Der Band soll dem Leser den etwas unnahbar wirkenden Thomas Lynley und sein Privatleben näher bringen. Pflichtschuldig hat die Autorin trotzdem noch einen aufzuklärenden Mord in den Plot gequetscht, aber ich wusste beim Lesen manchmal gar nicht, wo ich hingucken soll. Wenns mal wieder konkreter um den Mord ging, sprang sicher bald wieder ein mehr oder weniger hysterisches Lynley-Weib ins Bild, um die Aufmerksamkeit wieder auf die internen Familiendramen zu lenken. Umgekehrt hatte man sich kaum wieder auf die Lynley-Geschichten konzentriert, passierte gleich wieder etwas, das sofortiges Weiterermitteln nötig machte. Zusammen mit ein paar falsch gelegten Spuren war die Verwirrung dann komplett.

Es scheint Elizabeth George immer wieder ein Anliegen zu sein, dass kein Leser eine Ahnung hat, wer der Mörder sein könnte, bevor sie ihn verrät. Das hat dann die jeweils an den Haaren herbeigezogenen Lösungen zur Folge (und bei mir den Effekt, dass ich den Mörder schon eine Woche später vergessen habe). Zudem frage ich mich, ob da wirklich jeder Handlungsstrang sauber aufgelöst wurde und offene Fragen gibts auch nach diesem Buch wieder.

Fazit:
Zu überladen, um wirklich Spass zu machen. Für Fans der Reihe jedoch sehr aufschlussreich, weil man auch mal die hässliche Seite des Thomas Lynley zu Gesicht bekommt.