8 von 10 Punkten; Goldmann Verlag; 468 Seiten; erschienen 1990, Sparte: Krimi; Datum der Rezension: 18. Juli 2010
Inhalt:
Auf einem Friedhof wird die nackte Leiche des Internatschülers Matthew Whateley gefunden. Der Junge wurde offenbar gefoltert, bevor er starb. Inspector Lynley und seine Assistentin Barbara Havers machen sich ins Internat auf, um dort den Mörder zu finden. Die beiden merken schnell, dass in der Schule vieles schief läuft und dass sowohl Lehrer wie auch Schüler Dreck am Stecken haben. Die Ermittlungen werden immer kniffliger, zumal die beiden auch immer wieder merken, dass ihnen nicht alles gesagt wird und offenbar jeden den anderen deckt.
Meine Meinung:
Ein ganz guter Krimi in einem interessanten Milieu. Neben dem Kriminalfall, der zu lösen ist, gibt es auch Einblicke in die teilweise recht abgründige Welt eines teuren Internats. Nach aussen gibt sich die Schulleitung alle Mühe, den Eltern das Bild einer heilen Welt mit strengen Regeln zu zeigen, während es in der Schule eigene Gesetze und eine klare Hackordnung unter den Schülern gibt. Das wird zwar einerseits durch die Schulleitung gefördert, indem sie älteren Schülern mehr Verantwortung gibt als den kleineren. Allerdings merken die beiden Ermittler, dass die Schulleitung da und dort einfach auch mal wegschaut und den Dingen ihren natürlichen Lauf lässt. Teenager sind schliesslich anstrengend und schwer zu kontrollieren.
Lynley und Havers kratzen jedenfalls ganz schön an der Oberfläche und bringen einen Misstand nach dem anderen zutage, nur die Mörderjagd erweist sich als sehr schwierig. Die beiden müssen verschiedenste Spuren verfolgen und verzetteln sich dabei ein wenig, was dem Krimi nicht unbedingt gut tut. Eine oder zwei Spuren weniger hätten auch gereicht, um einen immer noch spannenden Krimi zu schreiben. So aber werden unzählige Fragen aufgeworfen und auch hier bin ich nicht sicher, ob am Ende alle beantwortet sind. Zudem wirft Elizabeth George hier mit recht unwahrscheinlichen Zufällen wieder mal um sich, was den Mord am Ende zwar plausibel macht, aber eben...
Fazit:
Sehr spannend mit einer Auflösung, die mich in diesem Fall nicht ganz zufriedengestellt hat. Die rund 450 Seiten davor unterhielten jedoch vorzüglich.